Blende & Tiefenschärfe

Die Tiefenschärfe eines Bildes wird durch folgenden vier Faktoren beeinflusst: Blende, Brennweite, Abstand zum Motiv und die Größe des Bildsensors. Wenn wir also mittels Blende die Tiefenschärfe regeln, dann müssen wir bedenken, dass alle Faktoren sich gegenseitig beeinflussen.

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Definition Tiefenschärfe
  • Die Tiefenschärfe mit der Blende einstellen
  • Weitere Faktoren zum Einstellen der Tiefenschärfe 

 

Definition Tiefenschärfe

Tiefenschärfe ist der Ebenenbereich eines Bildes der scharf abgebildet wird. Die Tiefenschärfe kann dabei wenige Zentimeter betragen oder sich über das ganze Bild erstrecken. Beispiel: Sie fokussieren mit der Kamera eine Person, die mitten in einer Gruppe steht und drücken auf den Auslöser. Auf der Aufnahme ist anschließend nur die fokussierte Person scharf abgebildet und alle Bildinhalte vor und hinter ihr sind unscharf. Dabei gilt: Umso weiter weg vom Fokuspunkt, umso stärker wird die Unschärfe (das Bokeh).

Regel: Je kleiner die Tiefenschärfe, desto kleiner ist der scharf abgebildete Bereich. Bildinhalte vor und hinter dem fokussierten Punkt werden (immer weiter) unscharf abgebildet. Eine große Tiefenschärfe meint entgegengesetzt, dass ein Großteil des Bildinhaltes scharf dargestellt wird (Architektur- & Landschaftsfotografie).

 

blende kamera

 

Mit der Blende die Tiefenschärfe einstellen

Viele professionelle Fotografien leben von der Tiefenschärfe. Sie ist es, die ein Motiv hervorheben kann und scheinbar nebensächliche Dinge in den Hintergrund rückt. Fotografen sollten sich deshalb vor jeder Aufnahme fragen, wie die Tiefenschärfe die Bildaussage unterstützen kann und in welchem Umfang sie eingesetzt werden soll.

Fragen sind: Soll nur das Motiv scharf dargestellt werden oder die ganze Szene? Wie unscharf sollen Vordergrund und Hintergrund sein? Sollen alle Bildinhalte scharf dargestellt werden? Hier entscheidet es sich nun, welche Blende wir einstellen. 

Regel 1 - geringe Tiefenschärfe 

Stellen wir an der Kamera eine kleinen Blendenzahl ein (z.B. Blende f/2), dann ist die Blende weit geöffnet und wir erhalten eine geringe Tiefenschärfe (kleinen scharfen Bereich). 

Regel 2 - große Tiefenschärfe

Stellen wir an der Kamera eine große Blendenzahl ein (z.B. Blende f/8), dann ist die Blende weit geschlossen und wir erhalten eine große Tiefenschärfe (großen scharfen Bereich). Haben wir nun die Blende vorerst ausgewählt, müssen wir zum endgültigen Einstellen der Tiefenschärfe die anderen Faktoren einbeziehen, welche die Tiefenschärfe ebenfalls beeinflussen (Brennweite, Abstand zum Motiv und Größe des Bildsensors). Des Weiteren haben die Lichtbedingungen und die Art der Motive (bewegte Motive) Einfluss auf die Auswahl der Blende. Dazu jetzt mehr..

Ganze Blendenstufen: f/1 - f/1,4 - f/2 - f/2,8 - f/4 - f/5,6 - f/8 - f/11 - f/16 - f/22  

 

blende tiefenschaerfe

 

Gute Lichtbedingungen

Bei schönen (sonnigen) Lichtbedingungen gibt es keine Einschränkungen bei der Auswahl der Blende. Geringe & große Tiefenschärfen sind problemlos zu realisieren, da die Belichtungszeit selbst bei weit geschlossener Blende (z.B. f/5,6) in der Regel kurz ist. Nutzen wir Langzeitbelichtungen, ohne bewegte Motive, spielen die Lichtbedingungen ebenfalls fast keine Rolle.

 

Schlechte Lichtbedingungen

Haben wir schlechte Lichtbedingungen und sich bewegende Motive, müssen wir in der Regel die Belichtungszeit kurz halten (unter ca. 1/200 Sek). Hier können wir selten mit einer weit geschlossenen Blende fotografieren (z.B. f/11), um alles komplette scharf darzustellen (große Tiefenschärfe). Das öffnen der Blende (kleinere Blendenzahl) ist hier ein probates Mittel, um mehr Licht auf den Bildsensor fallen zu lassen - und somit die Belichtungszeit zu verkürzen. Um trotzdem eine gößere Tiefenschärfen bei weiter geschlossener Blende (und kurzer Belichtungszeit) zu erhalten, können wir die ISO erhöhen, die Brennweite verkürzen oder den Abstand zum Motiv verringern. Hier führen viele Wege nach Rom.

 

Faktoren

Die zu wählende Blende wird natürlich auch von den drei anderen für die Tiefenschärfe verantwortlichen Faktoren beeinflusst (Brennweite, Abstand zum Motiv & Größe des Bildsensors). Wobei die Größe des Bildsensors konstant ist, wenn man immer mit der gleichen Kamera fotografiert und deshalb nicht beachtet werden muss. Der nächste Absatz zeigt in kurzen Regeln was Sie beachten müssen.

 

 blendenreihe

 

Weitere Faktoren zum Einstellen der Tiefenschärfe 

Im folgenden finden Sie die Regeln, wie sich die Tiefenschärfe bei gleichbleibender Blende ändert, indem man die Faktoren wie Brennweite, Abstand zum Motiv & Bildsensorgröße variiert.

 

Brennweite (Bildwinkel)

Je größer die Brennweite (z.B. 200 mm), desto kleiner die Tiefenschärfe. Je kleiner die Brennweite (z.B. 24 mm), desto größer die Tiefenschärfe. 

Abstand zum Motiv

Je kleiner der Abstand zum Motiv, desto kleiner die Tiefenschärfe. Je größer der Abstand zum Motiv (z.B. 10 m), desto größer die Tiefenschärfe. 

Bildsensor

Je größer der Bildsensor einer Kamera (z.B. Vollformat), umso kleinere Tiefenschärfen sind zu erreichen.