Bildsprache

Die Bildsprache ist ein zentrales Element der Corporate Identity. Schon das Verwenden einer einheitlichen Farbtemperatur, ist ein großer Schritt in Richtung eigener Bildsprache & professioneller Corporate Fotografie. Was es alles innerhalb der Bildsprache zu beachten gibt, welche Elemente sie beeinflussen und wie sich Unternehmen dadurch von der Konkurrenz unterscheiden können, das zeigt dieser Artikel.

Was bedeutet Corporate Fotografie? Ganz einfach, Unternehmensfotografie oder auch Businessfotografie.

 

Was bewirken Bilder beim Betrachter?

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es. Aber wieso ist das so? Bilder werden viel schneller wahrgenommen, verarbeitet und gespeichert als ein normaler Text; Headlines auch – aber nur sehr kurze. Die sogenannte Bilddominanz lässt uns zuerst das Bild anschauen und dann den Text – wir sehen also lieber, als dass wir lesen. Bilder wecken Emotionen in uns und das vom ersten Augenblick an. Dieser erste Eindruck ist besonders wichtig, um zu profilieren – bleibt er doch im Gedächtnis eingebrannt. Wie heißt es so schön: für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance! Auch sind Bilder überzeugender als Text – was in der Werbewirtschaft gnadenlos ausgenutzt wird – denn Menschen entscheiden emotional!

 

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Ziele der Bildsprache

Die Bildsprache in der Corporate Fotografie, soll das einheitliche Auftreten eines Unternehmens gewährleisten und ist Teil (und Leitlinie) innerhalb der Unternehmenskommunikation. Ziel ist es, die interne und externe Kommunikation - also die Innenansicht und Außenansicht eines Unternehmens - mit einer gezielten Bildsprache positiv zu beeinflussen. Das Ganze geschieht hauptsächlich auf emotionaler Ebene.

Produktfotografie ist hierbei teilweise ausgenommen, denn sie beeinflusst Kunden zusätzlich durch Fakten bei ihrer Kaufentscheidung. Die Aufnahmequalität ist gerade hier von entscheidender Bedeutung, denn sie wird gleichgesetzt mit der Qualität des Produktes – gilt übrigens für alle Bereiche der Corporate Fotografie (Businessfotografie).

Die Corporate Fotografie ist gleichzeitig Teil des Brandings (Abgrenzung zur Konkurrenz und Wiedererkennungseffekt) und unterstützt im Marketing die Kundenbindung zum Unternehmen und die Kundenakquise. Ausgerichtet ist sie auf die Zielgruppe und die Ziele des Unternehmens. Eine durchgängige Bildsprache wirkt klar und zeugt von Professionalität.

 

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Bildsprache entwickeln

Die Bildsprache eines Unternehmens muss nicht jedes Detail erfüllen, um professionell zu sein. Wichtig sind die zentralen Elemente einer Fotografie wie Farbtemparatur, Farben, Bildformat, Dynamik und Lichtsetzung. Weiter ist die Glaubwürdigkeit ein zentrales Element innerhalb der Bildsprache. Aus diesem Grund sollte auf Stockfotos weitestgehend verzichtet werden.

Der eigenen Corporate Bildsprache wirkt dabei entgegen, dass die Unternehmenskommunikation permanent mit neuen Bildern bedient werden muss und eigene Bilder nicht immer zur Verfügung stehen. Hier muss ein Corporate Fotografie Handbuch klares Grenzen setzen.

Möchte Ihr Unternehmen eine eigene Corporate Bildsprache entwickeln, würde ich mich über Ihre Anfrage sehr freuen!

 

Elemente der Bildsprache

 

Farbtemperatur

Die Farbtemperatur ist eines der zentralen Mittel der Bildsprache. Hier gibt es im Grunde genommen drei Möglichkeiten: warme Farbtemparatur (gelb-rötlich), normale Farbtemperatur (korrekter Weißabgleich), kühle Farbtemperatur (bläulich). Die Farbtemperatur wird in Kelvin gemessen und beginnt theoretisch bei einer Kerze mit 1.500 Kelvin, Halogenlampe 3.000 Kelvin, Morgen/Abendsonne 5.000 Kelvin, Mittagssonne 5.200 Kelvin, bedeckter Himmel 6.400 Kelvin (Januar) und blauer Himmel 10.000 Kelvin.

Wie auch immer das Foto aufgenommen wurde, kann es anschließend in der Photoshop RAW Verarbeitung der entsprechenden Farbtemperatur zugewiesen werden (Ausgleich). Möglichkeiten: kühle Farbtemperaturen bieten sich für technische Unternehmen an. Warme Farbtemperaturen können in Unternehmen verwendet werden, die ihren Kunden freundschaftlich begegnen (Restaurants, Bars, Agenturen usw). Alle anderen Unternehmen sind mit einer normalen Farbtemperatur gut bedient – können aber um sich zu unterscheiden (zu positionieren), eine der anderen Farbtemperaturen verwenden, oder einen Farblayer über die Bilder legen (blau, grün, schwarz usw).

 

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Farben

Farbe oder schwarz weiß, ist eine elementare Frage. Auch kann bei der Bildsprache darauf geachtet werden, dass ein oder zwei Farben Priorität haben (weiß-blau) und andere Farben weggelassen werden (rot). Des Weiteren können Firmenfarben in den Fotografien integriert (inszeniert) sein, um die Aufnahmen stärker zu “branden”. Die Bildsprache kann auch kräftige Farben bevorzugen oder alles verbannen was von den Motiven ablenkt (siehe schwarz-weiß Fotografien). Möglich ist auch, dass die dominierende “Farbe” weiß ist, um Fotografien einen hellen Charakter zu geben. Dazu kommen wir weiter unten.

 

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Fokus/Storytelling (Bildaussage)

Im Bereich Fokus/Storytelling kann im Corporate Fotografie Handbuch (Bildstil Handbuch) darauf hingewiesen werden, dass die Bilder deutlich und verständlich sein sollen und zum jeweiligen Content passen müssen. Noch genauer erklärt könnte es heißen, dass die Fotografien spannend sein sollten und Betrachter unmittelbar am Geschehen teilhaben lassen.

 

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Perspektive und Brennweite

Es gibt drei Perspektiven: Frosch Perspektive, Normal Perspektive und Vogel Perspektive. Die Perspektive ist dabei die Höhe der Kamera relativ zum Motiv. Sie kann eine Bildaussage komplette verändern und ist damit eines der stärksten Mittel der Fotografie, des Films und der Malerei. Die Brennweite kann einer Szene tiefe geben oder sie abflachen. Ein Teleobjektiv zum Beispiel, verringert den Raumeindruck innerhalb der Fotografie, lässt nahe und ferne Elemente verschachtelt erscheinen und wirkt flach. Auch die perspektivischen Bezugsgrößen können nicht genau aufgezeigt werden. Dagegen führt ein Weitwinkel dazu, dass Betrachter das Gefühl haben, sich mitten im Geschehen zu befinden. Die Brennweite gehört damit ebenfalls zu einem der stärksten Mittel der Fotografie und der Bildsprache.

 

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Tonalität

Die Tonalität einer Fotografie, ist die Art und Weise wie sie auf einen Betrachter wirkt – es ist die Atmosphäre, der Sound der Bildwirkung. Folgende Tonalitäten sind unter anderem möglich: Bewegung, Tempo, Dynamik, Sachlichkeit, Vertrauen, Sicherheit, Helligkeit, Natürlichkeit und vor allem Authentizität. Industriefotos können als Beispiel dynamisch wirken, wenn Bewegungen gezeigt werden. Oder entgegengesetzt, kann die Bewegung von laufenden Maschinen, im Bild eingefroren werden. Das macht dann auch den Stil des Fotografen aus – ist aber auch eine Sache der Bildsprache des auftraggebenden Unternehmens. Spielraum ist bei diesem Beispiel sicherlich vorhanden.

 

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Schärfe und Unschärfe

Die Schärfentiefe (oder auch Tiefenschärfe) ist eines der wichtigsten gestalterischen Mittel der Fotografie. Motive können betont werden oder im Ensemble aller Bildinhalte verschwinden. Für die Bildsprache also extrem wichtig! Manche Fotografiearten wie die Architekturfotografie und die Interieurfotografie sind an einer bestimmten Schärfentiefe größtenteils gebunden – das hat aber auch seinen Grund. Blende, Brennweite, Sensorgröße und die Entfernung zum Motiv, sind die Beeinflusser der Schärfentiefe.

 

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Klarheit & Ordnung

Werden auf Bildern nur wenige Elemente gezeigt, dann wirkt ein Bild klarer. Die Bildsprache einiger Unternehmen fordert genau das – und hilft ihnen wiedererkannt zu werden. Betrachter kommen damit auch besser zurecht, da Bildinhalte und Botschaften, im Kontext zu anderen Inhalten einfacher zu verstehen sind.

Die Ordnung im Bild hat zwei Bedeutungen: Ersten, sie bezieht sich auf die Aufgeräumtheit im Bild, was sich direkt auf das Unternehmen übertragen lässt (Qualität und Genauigkeit) und zweitens, auf den Versuch, Motive in eine Art Ordnung und Gleichmäßigkeit zu bringen – was sicherlich die hohe Kunst ist, aber kein must-have in der Corporate Fotografie.

 

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Helligkeit & Kontrast

Bilder können High-key, Low-key oder normal aufgenommen und bearbeitet werden. High-key Fotografie: helle Farbtöne, weiches Licht und geringe Kontraste. Low-key Fotografie: dunkle Farbtöne und Tonwerte. In der Business Fotografie kommt die Low-key Fotografie eher selten vor, aber umso häufiger die High-key Fotografie – Tipp: dieses Stilmittel ist ein echtes Statement und kann sich innerhalb der Bildsprache eines Unternehmens sehr gut widerspiegeln.

 

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Bildelemente

Sich in allen Fotografien wiederholende Bildelemente, sind ein Mittel innerhalb der Bildsprache. Eine Regel könnte hier sein, dass auf allen Fotografien eine Person zu sehen sein muss, um die Nähe zu den Kunden auszudrücken. Oder es müssen emotionale Bildinhalte zu sehen sein (Hund, Tasse Kaffee, lächelnde Person usw.) Auch können hier Regeln festgehalten werden, wie sich Personen kleiden müssen, damit die Außendarstellung den Ansprüchen des Unternehmens gerecht wird (Anzug, Hemd, Helm, Krawatte usw). Für einige Unternehmen also, ein sehr wichtiger Bereich der eigenen Corporate Fotografie.

 

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Bildstil

Der Bildstil vereint alle Elemente der Bildsprache! Perspektive, Lichtwirkung, Farbraum, Schärfentiefe, Kontrast, Tonalität usw. bestimmen den Bildstil und machen Fotografen (teilweise) unverwechselbar. Werden zum Beispiel alle Bilder aus der Froschperspektive aufgenommen, ist das ein bestimmter Stil. In Kombination mit anderen Elementen wird er immer weiter herausgearbeitet.

 

Zusammenfassung

Die Bildsprache eines Unternehmens, muss nicht alle hier genannten Bereiche enthalten. Wird sich aber für einen bestimmten Stil entschieden, dann sollten eine klare Linie beibehalten werden – Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch sollte die Bildsprache eines Unternehmens, in Worte (und Bilder) festgehalten werden, damit es eine feste Definition gibt. Hierfür eignet sich das Styleguide am besten oder es wird ein Corporate Fotografie Handbuch (Bildstil Handbuch) erstellt. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass sich eine definierte Bildsprache auch für kleinere und mittelständische Unternehmen lohnt, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden und die eigene Marke zu stärken.