Verschlusszeit Kamera

Was ist die Verschlusszeit? Unter Verschlusszeit versteht man in der Fotografie den Vorgang einer Kamera, bei dem der Verschluss vor dem Kamerasensor geöffnet und geschlossen wird und der Sensor (bzw. Film) belichtet wird. Der Verschluss regelt damit erstens, die Menge an Licht, die zum korrekten belichten einer Aufnahme nötig ist und zweitens, dass es bei bewegten Motiven nicht zu Bewegungsunschärfen (verwackelten Fotos) kommt, indem die Verschlusszeit entsprechend kurz gewählt wird.

 

 Inhaltsverzeichnis

  • Was ist die Verschlusszeit?
  • Kameraverschluss
  • Verschlusszeit = Belichtungszeit
  • Gestaltungsmittel Verschlusszeit

 

Kameraverschluss

Der Verschluss einer Kamera ist eine lichtdichte, bewegliche mechanische Vorrichtung vor dem Kamerasensor (in der Regel). Er schützt den Bildsensor in erster Linie vor unabsichtlicher Belichtung und stellt damit sicher, dass ein Foto nur dann belichtet wird, wenn eine Aufnahme gemacht wird. Kompaktkameras, Mittelformatkameras und Großformatkameras  haben meistens einen Zentralverschluss. Spiegelreflexkameras haben zumeist einen Schlitzverschluss. Dieser Schlitzverschluss besteht dabei aus zwei Vorhängen (dazwischen ist ein Schlitz), die bei einer Aufnahme über den Bildsensor fahren. Bei kurzer Belichtung wird nur ein Schlitz offengelegt, der einmal komplett über den Sensor fährt, wodurch das Licht auf den Bildsensor fällt. Bei langer Belichtung ist der Schlitzverschluss komplett geöffnet (und schließt sich danach wieder).

verschlusszeit kamera

 

Verschlusszeit Kamera = Belichtungszeit

Die Begriffe Verschlusszeit und Belichtungszeit bezeichnen das gleiche, nur dass die Verschlusszeit sich speziell auf den Kameraverschluss (eng. Shutter) bezieht. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass nicht nur die Verschlusszeit (Belichtungszeit) im allgemeinen die richtige Belichtung eines Fotos ermöglicht, sondern auch die Blende & die ISO-Einstellung (Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors).

Möchte man zum Beispiel mit einer bestimmten Belichtungszeit fotografieren (z.B.1/2000 Sekunde), da die Art der Fotografie das so vorgibt (Sportfotografie), kann man die richtige Belichtung nur durch noch durch Anpassen der Blende oder der ISO steuern. In folgenden Absätzen erklären wir diese Anpassungen für die Belichtungszeit, Blende & ISO.

 

Anpassen der Belichtungszeit

Stehen Blende & ISO vor der Aufnahme fest, dann kann die richtige Belichtung nur durch das verkürzen oder verlängern der Verschlusszeit erfolgen. Beispiel: Hat man eine erste Aufnahme gemacht und das Foto ist zu dunkel, dann muss die nächste Aufnahme länger belichtet werden. Das bedeutet, dass man zum Beispiel die Belichtungszeit von 1/200  Sekunden auf 1/100 oder 1/50 Sekunde verlängert - was das typische Klickgeräusch der Spiegelreflexkamera ebenfalls verlängert. Sollte aber die erste Referenzaufnahme zu hell sein, dann muss die Belichtungszeit verkürzt werden, damit weniger Licht auf den Sensor fällt (z.B. 1/400 Sekunde).

 verschlusszeit blende

 

Anpassen der Blende

Die Blende hat folgende zwei Funktionen. Erstens: sie regelt die Menge an Licht, die durch das Objektiv auf den Kamerasensor (Bildsensor) fällt. Zweitens: sie beeinflusst maßgeblich die Tiefenschärfe (den Schärfebereich) des Bildes - also, ob alles auf dem Aufnahme scharf zu sehen ist oder ob das fokussierte Motiv scharf ist und der Hintergrund, sowie Vordergrund unscharf dargestellt werden. Zur Tiefenschärfe finden Sie hier einen leicht zu verstehenden Artikel.  

Beispiel Anpassen der Blende: Stehen Belichtungszeit und ISO fest, dann kann die richtige Belichtung nur noch durch die Blende beeinflusst werden. Dazu muss man wissen, dass bei gleicher Belichtungszeit (z.B. 1/200 Sek) & ISO-Einstellung (z.B. ISO 400) eine große Blendenöffnung (z.B. Blende f/1,8) viel Licht auf den Sensor fallen lässt und eine kleine Blendenöffnung (z.B. Blende f/8) wenig Licht zum Sensor durchlässt.  

Ist ihr erstes Foto also zu dunkel geworden, dann muss die Blende (Objektivöffnung) weiter geöffnet werden (Blendenzahl verkleinert), zum Beispiel von Blende f/5,6 auf Blende f/4. 

Ist ihr Foto aber zu hell, dann muss bei der nächsten Aufnahme weniger Licht auf den Kamerasensor fallen. Dazu muss die Blende ganz einfach bei der nächsten Aufnahme weiter geschlossen werden, zum Beispiel von Blenden f/2 auf Blende f/2,8 (das ist eine Blendenstufe).

 

Anpassen der ISO

Mit der Abkürzung ISO (International Standard Organisation) wird die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors angegeben. Idealerweise fotografiert man dabei mit einem möglichst niedrigen ISO Wert (z.B. ISO 100), damit das berüchtigte Bildrauschen vermieden wird. Sind die Lichtbedingungen nicht ideal, sollte die ISO erhöht werden, damit der Bildsensor empfindlicher wird. Die Möglichkeit, die Sensorempfindlichkeit erhöhen zu können ist wichtig, um im Endeffekt die gewünschte Blende oder Belichtungszeit einsetzen zu können. Das vor allem mit dem Hintergrund, dass Motive die sich bewegen (Wellen, Meer, Menschen usw.) eine kürzere Belichtungszeit benötigen.

 

Gestaltungsmittel Verschlusszeit

Mittels Verschlusszeit wird in erster Linie die korrekte Belichtung eines Fotos gesteuert, sodass es nicht zu hell oder zu dunkel wird. Bei bewegten Motiven, wie Personen oder Tieren, sichert die richtige Verschlusszeit, dass die Bewegungen der Motive eingefroren werden und nicht unscharf durch Bewegungsunschärfen dargestellt werden. Einige Auftraggeber und Fotografen möchten aber gerade Bewegungsunschärfen auf ihren Fotos zeigen, um einen bestimmten Bildstil oder eine Bildsprache zu erreichen. Hier muss die Verschlusszeit so verändert werden, dass eine Bewegung zu sehen ist.

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Gewollte Bewegungsunschärfe

Mittels verlängern der Verschlusszeit kann man Bewegungen auf Fotos darstellen. Bewegte Personen, Lichtlinien, fahrende Autos, fließendes Wasser sind nur ein paar Beispiele die möglich sind. Um diese Fotos zu realisieren ist die Kombination aus Blende & ISO so anzupassen, dass die Verschlusszeit die entsprechende Bewegung zeigt. Das ist wichtig, da mit Verlängern der Verschlusszeit normalerweise auch das Bild heller wird und nur durch herunterregeln der Blende & ISO das Bild richtig belichtet wird. 

Angewendet werden solche Fotos in in der Industriefotografie, Architekturfotografie, Werbefotografie oder auch in der Eventfotografie.