Stativkopf: die Unterschiede

Die Auswahl an Stativköpfen ist groß, aber für welchen soll man sich entscheiden? Kugelkopf, 2-Wege-Neiger, 3-Wege-Neiger oder Getriebeneiger? Wofür sind die einzelnen Stativkopf-Arten gedacht, was sind die Unterschiede, welches sind die Stärken und Schwächen? Wir sagen es Ihnen in unserem Artikel!

Grundsätzlich: Auf diese Dinge sollten Sie beim Kauf eines Stativkopfes achten

  • Libelle (Wasserwaage)
  • Schnellwechselplatte (z.B. Arca-Swiss Schnellwechselsystem)
  • Gradzahl der Front- und Seitenneigung
  • Material (Aluminium, Magnesium usw.)
  • Kameraanschluss: 1/4″ Schraube, 3/8″ Schraube
  • Gewicht

Kugelkopf

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kugelköpfen: zentrisch und dezentral. Die Erklärung dazu folgt gleich. Der größte Vorteil des Kugelkopfs ist, dass die Kamera sehr schnell ausgerichtet werden kann. Größte Schwäche: Exakte Ausrichtung dauert sehr lange, da er per Hand in die richtige Position gebracht werden muss, um ihn danach zu arretieren. Ist dann die Kameraposition noch nicht perfekt, muss der Kugelkopf wieder gelöst werden, um ihn neu auszurichten. Weitere Schwäche: das schnelle kippen der Kamera in alle Richtungen ist möglich.

Worauf ist beim Kauf noch zu achten?

Der Kugelkopf sollte ruckelfrei verstellt werden können. Horizontale Drehbewegungen sollten leicht möglich sein (das ist unabhängig vom eigentlichen Kugelkopfgelenk). Die Schnellwechselplatte sollte auch gegen abrutschen gesichert sein.

Zentrischer Kugelkopf

  • Mittig (zentral) angeordnetes Kugelgelenk
  • gute Stabilität
  • Frontneigung, Seitenneigung und Panorama
  • Front- und Seitenneigung nur über Kugelkopf möglich

Dezentraler Kugelkopf

  • nicht mittig angeordnet (versetzt von der Mitte)
  • Frontneigung, Seitenneigung und Panorama
  • Vorteil: 360 Grad Schwenk-Bewegungen (Frontneigung) möglich
  • Separate Steuerung von Front- und Seitenneigung (bei einigen Geräten möglich)

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Zentrischer Kugelkopf - Manfrotto MKBFRA4-BH Befree Reisestativ

2-Wege-Neiger

Der 2-Wege-Neiger wurde für das Filmen und Fotografieren im Querformat konzipiert. Fotografieren im Hochformat ist nicht möglich. 2-Wege-Neiger werden auch Videokopf oder Videoneiger genannt - was gleichzeitig das Haupteinsatzgebiet beschreibt. Diese Stativkopfart ist aber keine abgespeckte Version des 3-Wege-Neigers, sondern mehr eine Spezialisierung. Am besten lässt sich das anhand der Benutzung als Videokopf beschreiben: Der 2-Wege-Neiger soll weiche und ruckelfreie Bewegungen (Schwenkungen) ausführen. Um das zu realisieren haben 2-Wege-Neiger in der Regel lange Griffe und sind mit Fluid-Systemen ausgerüstet. Für die Fotografie ist das nicht ganz so wichtig, dennoch ist ein schnelles und flüssiges Arbeiten zum Beispiel in der Portraitfotografie sehr von Vorteil. Profis und ambitionierte Amateure sollten darauf achten, dass der 2-Wege-Neiger eine Einstellung für den Drehwiderstand besitzt. Dadurch kann der Stativkopf an das jeweilige Kameragewicht angepasst werden - wodurch feinere Bewegungen möglich sind - und auch auf verschiedene Aufnahmesituationen eingegangen werden kann.

  • weiche und ruckelfreie Schwenkbewegungen
  • Fluid-Systeme für gleichmäßige Schwenkungen
  • längerer Hebelarme
  • Vor allem für Video, aber auch für Fotografie
  • Einstellung für Drehwiderstand: Unterschiedliche Kameragewichte und Anforderungen an die Schwenkgeschwindigkeit erfordern eine Anpassung der Drehfähigkeit
  • Größer und schwerer als andere Neiger, da sie oftmals mehr Gewicht zu tragen haben
  • Frontneigung und Panorama

3-Wege-Neiger

Sie können 3-Wege-Neiger horizontal schwenken (360 Grad Panorama), nach oben und unten neigen und seitlich kippen. Wesentlicher Unterschied zu 2-Wege-Neigern ist deshalb: Mit der Kamera kann auch im Hochformat gearbeitet werden. Ein Unterschied zum Kugelkopf ist, dass alle Richtungen unabhängig voneinander eingestellt werden können! Einige Modelle können sehr fein eingestellt werden, da sie neben Hebeln auch Friktionskontrollen haben. Möchten Sie die Kamera genauer einstellen und haben die Wahl zwischen Kugelkopf und 3-Wege-Neiger, dann sollten Sie sich für einen 3-Wege-Neiger entscheiden.

  • Frontneigung, Seitenneigung und Panorama
  • Unabhängiges Einstellen in alle drei Richtungen
  • genauer als Kugelkopf
  • Schnelle Einstellungsmöglichkeit in alle Richtungen
  • Für Portraitfotografie, Landschaftsfotografie...

Getriebeneiger

Mit Getriebeneigern kann äußerst präzise und schnell gearbeitet werden - das schnell bezieht sich dabei auf das Erreichen des genauen Ergebnisses. Der Getriebeneiger ist ein 3-Wege-Neiger, er bewegt seine drei Achsen mittels Zahntrieb und ist meistens relativ schwer. Einer der Vorteile ist auch, dass ein abstürzen der Kamera durch das selbsthemmende Zahngetriebe verhindert wird. Hervorragend geeignet für die Architekturfotografen, können Getriebeneiger auch sehr gut in der Landschafts- und Portraitfotografie eingesetzt werden.

  • Für Profi-Fotografen
  • Hervorragend für Architekturfotografie geeignet
  • Fotografieren im Querformat und Hochformat
  • Frontneigung, Seitenneigung und Panorama
  • höheres Gewicht

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Getriebeneiger - Manfrotto MA410 Junior

Hersteller Stativköpfe

  • Manfrotto (Unsere Stativkopf Empfehlung)
  • Arca Swiss
  • Gitzo
  • Cullmann
  • Sirui