Mobiles Fotostudio

Unternehmen die Fotos von der Geschäftsführung und Mitarbeitern erstellen möchten, biete ich einen besonderen Service - das mobile Fotostudio. Welche Ausstattung dazugehört und was man als Fotograf beachten sollte, das erkläre ich in diesem Artikel.

 

Zwei Arten mobiler Fotostudios 

Wir unterscheiden bei mobilen Fotostudios zwischen Produktfotografie und Portraitfotografie. Produktfotografie erfordert meist als Hauptbestandteil ein Lichtzelt oder Lichtwürfel aus Stoff. Demgegenüber wird in der Portraitfotografie meist eine große Leinwand aus Stoff oder Papier verwendet (siehe Leinwand und Stative). Es kann aber auch mit Hintergründen vor Ort gearbeitet werden (Sichtbeton, Glas, Stein usw.).

 mobiles fotostudio

 

Vorteile für Kunden & Fotografen

Ein mobiles Fotostudio gibt Unternehmen und Privatpersonen die Möglichkeit, Aufnahmen direkt vor Ort machen zu lassen. Kunden können in gewohnter und gefühlt gemütlicherer Atmosphäre fotografiert werden, was die Qualität und den Ausdruck der Bilder oftmals verbessert. Natürlich steht der Service im Vordergrund: denn Unternehmen geben gern mehr Geld für einen guten Fotografen aus, der alles vor Ort erledigt und somit Zeit, Geld & Aufwand spart. 

Für Fotografen die im Businessbereich arbeiten und kein eigenes Fotostudio haben, ist ein mobile Fotostudio die eleganten Möglichkeit, erweiterte Leistungen anbieten zu können. Zu nennen sind vor allem Business Portraits der Geschäftsführung und Mitarbeiterfotos (mit oder ohne Leinwand).  

Vorteile: Zeitersparnis, komfortabel, kostensparend, entspannte Atmosphäre, erweitertes Leistungsangebot für Fotografen

Nachteile: wechselnde Lichtbedingungen, wenn auch natürliches Licht genutzt wird

 

Ausstattung mobiler Fotostudios (Personenfotografie)

Ein mobiles Fotostudio besteht je nach Auftrag aus verschiedenen Hintergründen, Kameras, Objektiven, Blitzanlagen, Aufsteckblitzen, Dauerlicht (z.B. LED Panels/Videolicht), Lichtformern, Reflektoren und Stativen. Leinwand-HIntergründe sind meist weiß oder grau und bestehen oft aus speziellen Stoffen die sich stretchen lassen und gute Eigenschaften für den mobilen Einsatz besitzen. Natürlich kann auch mit Papierhintergründen gearbeitet werden, was aber bei Breiten über 2 Meter immer schwieriger wird, da der Transport an seine Grenzen kommt, falls das Auto zu klein ist. 

 

Leinwand & Stative

In der Personenfotografie sollten Leinwand-Stative eine Mindestbreite von 2,70 m erreichen und eine Höhe von 2,30 m (gern höher), damit auch größere Personen und kleinere Gruppen fotografiert werden können. Wichtig ist hierbei vor allem, dass das Ganze stabil steht und das Gewicht der Leinwand locker trägt (Stoff & Papier kann schwer sein). Meist gibt es dazu ein Komplettangebot, das aus zwei Lichtstativen besteht und einer Querstange für die Leinwand, plus Tasche.

Leinwände aus Stoff sollten idealerweise aus einem stretchbaren Material bestehen, das zu geringer Faltenbildung neigt. Der amerikanische Anbieter Westcott führt hier überzeugende Produkte. Des Weiteren sind Klemmen notwendig, die den Stoff rechts und links an den Stativen straff ziehen. Sechs für jede Seite sind ausreichend.  

 

Beleuchtung

In stationären Fotostudios wird in der Regel eine Blitzanlage und Dauerlicht eingesetzt. Ein mobiles Fotostudio kann damit betrieben werden, kommt aber auch mit normalen Blitzgeräten (Aufsteckblitzen) aus. Hierbei bekommen alle Blitze einen kabellosen Empfänger und die Kamera einen Sender. Ich persönlich nutze dafür Geräte von Yongnuo. Vorteil von Aufsteckblitzen: das relativ geringe Gewicht und die handliche Größe. 

Es ist darauf zu achten, dass alle Leuchten und Lichtformer (wenn möglich) mit einem Bowens Mount (Anschluss) ausgerüstet sind, damit die ganze Breite von Lichtformern usw. genutzt werden kann, ohne an bestimmte Hersteller gebunden zu sein. 

Was sollte beachtet werden?

  • Leitzahl (Angabe der Lichtenergie eines Blitzgeräts)
  • Farbtemperatur (Idealerweise variabel, ansonsten ca. 5500 K)
  • Bowens Mount (Anschluss für Lichtformer)
  • Leuchtzeit (bei Blitzgeräten)
  • Blitzfolgen (z.B. 15 Blitze pro Sekunde)
  • Halogen Einstelllicht
  • Fernsteuerung (Bei Dauerlicht & Blitzanlagen)
  • Hochgeschwindigkeits-Synchronisationsmodus (z.B. 1/8000) (Blitzen)

 

Lichtformer

Lichtformer sind Aufsätze, die auf die meisten Arten von Fotografie-Beleuchtungen gesteckt werden können, um Licht zu lenken und zu verändern. Die meistverwendeten Lichtformer sind: Softboxen, Schirme, Standardreflektoren und Beauty Dish. 

Lichtformer wie Softboxen oder Schirme erzeugen weiches, diffuses Licht, das z.B. Gesichter gefälliger erscheinen lässt und Schatten minimiert. Standardreflektoren und Beauty Dish haben die Aufgabe, eher hartes Licht zu generieren, das mehr Schatten wirft und auch punktuell eingesetzt werden kann, so wie ein Spotlight (Haarlicht).

Die Größe aller Lichtformer richtet sich nach den Zielen der Fotografie oder nach der Entfernung zum Motiv. Beispiel: Umso größer die Softbox, desto weicher das Licht.

Tipp: Idealerweise sollten Lichtformer mit einem Bowens Mount kompatibel sein, um verschiedenste Beleuchtungen nutzen zu können. Es sei denn: man nutzt eine bestimmte Blitzanlage, mit eigens kompatiblen Lichtformern.  

 

Lichtstative

Lichtstative sollten sehr stabil und gut verarbeitet sein, damit sie die Last von Beleuchtung und Lichtformer mühelos tragen können. Auch sollten Lichtstative einfach auf- und abzubauen sein und möglichst leicht sein, damit Sie als Fotograf flexibel sind - falls ein sportlicher Auftrag, doch mal Aufnahmen in schnell wechselnden Lokationen erfordert (z.B. Medizinfotografie).  

Lampenstative werden unterschieden in einfache Lampenstative und Galgen-Stative (Beleuchtung über dem Motiv), sowie Innenbereich und Außenbereich. Lichtstative für den Außenbereich sind sehr teurer, da sie Wind und Wetter standhalten müssen. Des Weiteren kann zwischen Stativen mit und ohne Rollen gewählt werden. Ein bekannter Hersteller von hochwertigen Stativen ist Manfrotto

Tipp: Eine Tasche macht den Transport einfacher und sollte im Lieferumfang enthalten oder separat käuflich sein.