Bewerbungsfotos Tipps, Tricks & Beispiele

Für einen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance, heißt es. Personalentscheider & Chefs bilden sich mit dem ersten Blick auf ein Bewerbungsfoto eine unbewusste Meinung, noch bevor sie nur eine Zeile des Lebenslaufs gelesen haben. Deshalb: Ein professionell erstelltes Bewerbungsfoto steigert die Chance den Traumjob zu bekommen. Unsere Tipps sollen Ihnen zeigen, was es alles zu beachten gibt und was alles möglich ist. 

Tipp: Wie soll das Bewerbungsfoto wirken? Der Bewerber sollte auf dem Bewerbungsfoto kompetent und sympathisch herüberkommen. 

 

bewerbungsfoto

 

Inhaltsverzeichnis

  • Ist ein Bewerbungsfoto Pflicht?
  • Arten von Bewerbungsfotos
  • Hintergründe
  • Kleidung
  • Frisur
  • Make-up
  • Gesichtsausdruck & Haltung
  • Körperausrichtung, Blick & Haltung
  • Den richtigen Fotografen finden
  • Lichtsetzung
  • Querformat vs. Hochformat
  • Bewerbungsfotos Größe
  • Kosten
  • Bildbearbeitung
  • Bewerbungsfoto selber machen (Keyword)?
  • Checkliste (an was sollte ich denken)
  • Checkliste (was sollte ich vermeiden)

 

Ist ein Bewerbungsfotos Pflicht?

Grundsätzlich besteht in Deutschland keine Pflicht ein Bewerbungsfoto einzureichen. Anonymisierte Bewerbungen, ohne Bewerbungsfoto, sind seit in kraft treten des “Allgemeinen Gleichbehandlungs-gesetzes (AGG)” am 18. August 2006 erlaubt. 

Ungeachtet dessen, Unternehmen legen immer noch Wert auf ein Bewerbungsfoto. Haben Sie ein professionelles Bewerbungsfoto, das sympathisch ist und alle wichtigen Kriterien für ein gelungenes Bewerbungsfoto entspricht, dann sollte es unbedingt eingefügt und eingereicht werden.

 

Arten von Bewerbungsfotos

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Bewerbungsfotos: Bewerbungsfoto Studio, Bewerbungsfotos Outdoor & Bewerbungsfotos On Location. Die meisten kennen nur Bewerbungsfotos die im Studio vor einer Leinwand gemacht werden. Aber es gibt auch Bewerbungsfotos die im Außenbereich (Outdoor) & Innenbereich von Gebäuden (On Location) vor Businesshintergründen fotografiert werden. Wir stellen Ihnen die drei Arten und ihre Vorteile jetzt vor.

 

 bewerbungsfoto 750 6974

 

Bewerbungsfoto Studio

Bewerbungsfotos die im Fotostudio gemacht werden sind der Klassiker. Man geht hin, sagt dem Fotografen, dass man Bewerbungsfotos machen lassen möchte und irgendwie fügt sich alles von allein. Und das Ergebnis? Meist ernüchternd. Besser ist es, wenn man weiß, was man haben möchte. Zum Beispiel, welche Farbe oder Helligkeit der Hintergrund haben soll. Auch sollte man sich vorher informieren, was für Pakete & darin enthaltene Leistungen es gibt. Meisten gibt es unterschiedliche Pakete, die auf Zeit basieren und besondere Leistungen enthalten, wie die Möglichkeit verschiedene Outfits anzuziehen, Make-up, unterschiedliche Hintergründe auszuprobieren, Anzahl der Aufnahmen, Bildbearbeitung oder ähnliches.  

Was ist bei der Auswahl des Fotografen / Fotostudios wichtig? Wichtig ist, dass man sich vorher über den Stil des Fotografen informiert. Falls der nicht passt, dann sollten man sich einen anderen Fotografen suchen, denn viele Fotografen können nicht über ihren eigenen Schatten springen und machen immer die gleiche langweilige Art von Bewerbungsfotos. 

 

Vorteile Bewerbungsfotos im Studio

  • Wetter unabhängig
  • Möglichkeit sich umzuziehen
  • Frisur wird nicht durch Wind verändert
  • Verschiedene Hintergründe (Leinwände)
  • Spiegel vorhanden
  • Lichtsetzung flexibel
  • Meist kostengünstig
  • Abzüge werden gleich gemacht
  • Gemeinsame Auswahl mit dem Fotografen
  • Bewerbungsfotos erhält man sofort (Print & Digitale Version)
  • Schönes Catchlight (weißer Punkt im Auge)
  • verschiedene Lichtsituationen möglich

 

bewerbungsfoto

 

Bewerbungsfotos Outdoor

Genauso wie Bewerbungsfotos On Location (nächster Absatz), sind Bewerbungsfotos Outdoor eine besondere Art sich zu präsentieren. Hier gleicht kein Shooting dem anderen, denn die Businesshintergründe variieren immer. Was ist die Stärke von Outdoor Bewerbungsfotos? Die Stärke ist vor allem, dass man ganz besondere, einzigartige Aufnahmen vor Businesshintergründen macht, die im besten Fall zum angestrebten Job ausgerichtet sind. Wichtig ist hier vor allem die Auswahl der Hintergründe. Sie werden später beim Shooting durch den Einsatz von Tiefenschärfe unscharf dargestellt, damit der Bewerber im Fokus ist, dennoch erkennt man sehr gut den Bezug zum Business. Hintergründe sind zum Beispiel: Glasfassaden, Betonwände, Eingangsbereiche, Säulen, Treppen, Paneele usw. 

Bevor Sie sich für einen Fotografen entscheiden, sollten Sie im Vorfeld fragen, was für Hintergründe und Locations zur Verfügung stehen. Oder noch besser: wenn Ihnen im Portfolio des Fotografen ein Hintergrund besonders gefällt, sollten Sie ihn ansprechen, ob er zur Verfügung steht - das gilt übrigens auch für die beiden anderen Arten von Bewerbungsfotos.  

Die Kosten für Bewerbungsfotos Outdoor & On Location sind in der Regel höher als Studioaufnahmen. Das resultiert aus dem Anfahrts- & Abfahrtsweg zur Location und dem in der Regel höheren Zeitaufwand. Bei mir als Fotograf in Magdeburg dauert so ein Shooting in der Regel eine Stunde. Ein kleiner Vorteil ist dabei, dass nach Zusendung der Fotos, die Auswahl der Bilder zu Hause ganz in Ruhe vorgenommen werden kann, ohne dass der Fotograf wie im Studio, ständig auf die Uhr schaut und Sie sich dadurch vielleicht das falsche Bewerbungsfoto aussuchen. 

Und noch etwas: Bewerbungsfotos Outdoor & On Location sind nicht für alle Bewerber und Jobs gleichermaßen geeignet. Für Management- und Führungspositionen ist diese Art von Bewerbungsfotos zum Beispiel sehr zu empfehlen.

 

Vorteile

  • Einzigartige Bewerbungsbilder
  • Hintergrund mit Bezug zum Job
  • Bilder für Netzwerk- & Jobportale sehr gut geeignet
  • Mehr Aufnahmen
  • Mehr Zeit fürs Shooting
  • Mehr Zeit bei der Auswahl

 

bewerbungsfoto

 

Bewerbungsfotos On Location

Bewerbungsfotos On Location heißt ganz einfach, dass Aufnahmen in Gebäuden gemacht werden, in denen schöne Hintergründe für Businessfotos zur Verfügung stehen. Das Ganze ist nicht immer einfach, da es nicht wie bei Bewerbungsfotos Outdoor (in der Regel) erlaubt ist, durch die sogenannte  “Panoramafreiheit” Aufnahmen zu machen. Hier braucht man die Erlaubnis des Eigentümers. Hat man aber die Erlaubnis und es befinden sich dort schöne Hintergründe wie Glasfassaden oder Betonwände, dann kann der Fotograf etwas ganz besonderes zaubern. Tricki ist es ein wenig mit dem Licht. Das Gesicht des Bewerbers muss spannend ausgeleuchtet werden und ideal ist es deshalb, wenn indirektes Sonnenlicht vorhanden ist. Geht das nicht, dann muss Lichttechnik eingesetzt werden, was das Ganze aufwändiger macht. Auch bei Bewerbungsfotos On Location sollte der Hintergrund möglichst unscharf dargestellt werden, um den Fokus auf den Bewerber zu lenken. 

 

Vorteile

  • Einzigartige Bewerbungsbilder
  • Bezug zur angestrebten Arbeitsstelle
  • Für Netzwerkportale & Jobportale sehr gut geeignet
  • Mehr Aufnahmen
  • Mehr Zeit fürs Shooting
  • Mehr Zeit bei der Auswahl

 

Hintergründe

Das A & O bei Bewerbungsfotos ist der Hintergrund. Hier spielt es keine Rolle ob es Studio-, Outdoor - oder On Location Aufnahmen sind. Der Hintergrund macht die Stimmung eines Bildes aus und sollte nicht vom Motiv ablenken. Fotostudio Hintergründe gegenüber Outdoor und On Location Hintergründe unterscheiden sich grundlegend. 

 

Fotostudio

Im Fotostudio sollten Sie sich möglichst für einen einfarbigen Hintergrund entscheiden. Starke Verläufe oder Lichtsetzungen auf den Hintergrund wirken oftmals retro und sind deshalb nicht immer erste Wahl. Dennoch, Zart angewandt können sie einem Bewerbungsfotos das gewisse Extra verleihen. Hier kommt es ganz auf den Fotografen an. Doch aufgepasst: manche Fotografen möchten neues ausprobieren, haben alte und verschrobene Ansichten oder wollen aus ihrem manchmal langweiligen Alltag ausbrechen - doch bitte nicht auf ihre Kosten. Ein gelungenes Bewerbungsfoto stellt den Bewerber heraus und der dezente Hintergrund unterstützt dabei - das gilt vor allem für Studio Bewerbungsfotos.  

Die Farbauswahl des Hintergrundes ist nicht einfach. Zu empfehlen sind helle Grautöne oder Grau-blautöne. Die Farbpalette ist hier aber riesig. Wichtig ist für Sie zu entscheiden, ob Sie einen hellen, mittleren oder dunklen Hintergrund möchten. Schauen Sie sich dazu mit ein bisschen Zeit auf verschiedenen Fotografen Webseiten um, damit Sie Ihren Stil finden. 

Es gibt noch eine Besondere Art von Bewerbungsfoto, bei dem der Bewerber mittels Adobe Photoshop freigestellt und ein neuer Hintergrund eingefügt wird. Hierbei wird der ursprüngliche Hintergrund entfernt und ein neuer beliebiger Hintergrund eingefügt. Das bietet die Möglichkeit, genau den Hintergrund zu bekommen, den sich der Bewerber vorstellt. Tipp: für Firmenportraits mit vielen Personen ist das die Möglichkeit einen konsequente gleichbleibenden Hintergrund zu verwenden und damit eine Einheitlichkeit zu erzeugen.

 

Outdoor- oder On Location

Outdoor- oder On Location Aufnahmen nutzen Businesshintergründe von Gebäuden oder darin. Die Hintergründe werden beim fotografieren mittels geringer Tiefenschärfe unscharf gemacht. Der Grad kann dabei variieren. Manchmal wirkt es gelungen den Hintergrund komplette verschwimmen zu lasses, sodass der Businesshintergrund nur noch als Silhouette zu erahnen ist - das reicht aber aus, um Outdoor- & On Location Bewerbungsfotos das gewisse Extra zu verleihen. Einige Hintergründe sind dabei so interessant und schön, dass man sie doch ein wenig schärfer darstellt. 

Sollten Sie sich für diese Art von Bewerbungsfotos entscheiden, dann sollten Sie sich vorher auf den Webseiten der verschiedenen Fotografen umschauen, um vielleicht schon dort den richtigen Hintergrund zu finden. Eine Auswahl an Hintergründen bzw. den Ort für Outdoor oder On Location Aufnahmen sollte der Fotograf schon kennen und im Portfolio haben - ins Blaue fahren macht keinen Sinn. Ideal ist es dabei, wenn ein Ort ausgewählt wird, wo mehrere starke Businesshintergründe vorhanden sind, sodass beim Shooting probiert werden kann. Der Vorteil: Bewerber sehen schon beim Shooting, was zu ihm passt. 

 

bewerbungsfoto

 

Bewerbungsfotos Kleidung

Die Auswahl der Kleidung stellt viele Bewerber vor eine große Hürde. Doch so schwierig ist es nicht, denn es gibt Regeln. Hemden und Blusen sollten/dürfen weiß sein und für Sakkos und Blazer sind gedeckte Farben zu verwenden. Am besten nicht zu hell, sodass es einen schönen Kontrast zum Hemd gibt. Für Jobs im Kreativbereich zum Beispiel als Designer oder Webdesigner kann man auch die normale Linie verlassen und ein Outfit wählen das flippig ist. Der Grund: Es darf gezeigt werden, dass man Ideen hat und anders denkt.  

Beim Shooting sollte so viel Zeit sein, dass Sie mehrere Outfits probieren können. Meist stellt sich in kürzester Zeit heraus, was am besten zu Ihnen passt. Doch aufgepasst: der Job bestimmt die Kleidung. Ein Fliesenleger oder ein Verkäufer im Einzelhandel muss kein Sakko/Blazer tragen. Die Kleidung und das Bewerbungsfoto sollte einfach nur authentisch wirken und sympathisch sein.

 

Damen

Meiner Erfahrung nach ist schlicht besser als to much. Hier sollten nicht vergessen werden, dass wir uns im Businessbereich bewegen und passende Businesskleidung zu verwenden ist. Wenn Sie kein Risiko eingehen wollen und ein tolles Ergebnis haben möchten, dann entscheiden Sie sich für eine Bluse oder ein Hemd in weiß, ohne viel Schnickschnack. Jobs in Führungspositionen oder etwas angelehntes tragen Hemdblusen mit Kragen, das wirkt noch eleganter und unterstützt den Charakter des Bewerbungsfotos. Wichtig ist dabei, dass zum Beispiel weiße Hemden und dazu schwarze oder kontrastreiche Knöpfe etc. ein No-Go sind. 

Falls Sie einen Blazer tragen wollen, dann sollte auch er schlicht sein und eine gedeckte Farbe haben. Dunklere Farben wie blau sind im Businessbereich sehr schön anzusehen und verstärken den Kontrast zwischen Bluse und Blazer, sodass die Aufnahme spannend wirkt. Das Bewerbungsbild soll dabei den Personaler/Chef in die Lage versetzen, sich den Bewerber in der ausgeschriebenen Position vorzustellen. 

Natürlich können Sie sich auch gegen Blazer und Bluse entscheiden, wenn Sie das nicht mögen, es für den Job nicht nötig ist oder wissen, dass es ihnen nicht steht. Hier ziehen Sie einfach das an, worin Sie sich am wohlsten fühlen - ohne dabei zu vergessen, dass das spätere Ergebnis nicht für Sie gedacht ist, sondern für das Unternehmen und die Entscheider. Möglich sind dann Kleider, Blusen, Blusenshirts, Cardigans, Pullover usw.

Ziel ist es, sich in diesen Sachen so wohl fühlen, dass es zu authentischen, ausdrucksstarken und sympathischen Bewerbungsbildern führt. 

 

Herren 

Das Nonplusultra für viele Bewerbungen ist ein (blaues) dunkles Jacket und ein weißes (oder helles) Hemd. Krawatte tragen nur noch wenige Bewerber (Banken & Versicherungen). Aber auch hier kommt es auf den angestrebten Job an. Das Hemd sollte von hoher Qualität sein, glatt gebügelt und einen steifen, breiten und damit modernen Kragen haben. Die Innenseite des Kragens, Knöpfe und Knopfleiste sollten möglichst die gleiche Farbe haben wie das Hemd. Es sieht auf Bewerbungsbildern unmöglich aus, wenn zum Beispiel die Innenseite des Kragens schwarz ist. Auch sollte das Hemd keine starken Muster haben und ein Unterhemd sollte nicht angezogen werden, wenn es durch das Hemd hindurchscheint oder die Kontur offenbart. 

Das Sakko sollte knitterfrei sein, einen schönen Schnitt haben und vor allem passen. Es sieht unprofessionell aus, wenn das Sakko zu groß oder zu klein ist. Meist wollen Bewerber auch ein Sakko anzuziehen, dass schon seit Jahren im Schrank hängt. Aber sind wir mal ehrlich, die meisten Klamotten (Sakko & Hemd) die wir besitzen sind schon relativ alt und haben ihre besten Zeiten schon erlebt. Vielleicht ist der Vorwand eines Bewerbungsfotos der richtige Zeitpunkt sich ein neues Sakko und Hemd zu kaufen.  

Das Kleidung sollte einfach klasse sitzen und zum eigenen Typ passen, denn das sieht man später auf dem Bewerbungsfoto. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ein blaues Sakko und ein weißes Hemd am ausdrucksstärksten aussieht. Die Farbe blau ist natürlich weit gefasst - finden Sie hier einfach ihre Farbe und ihren Farbton.

 

Checkliste

  • Welches Outfit passt zum neuen Job?
  • Mit Sakko oder ohne?
  • Sitzt das Outfit und ist es modern (Sakko, Hemd etc.)?
  • Sind die Farben dezent & passen sie zusammen?
  • Sind die Sachen gebügelt?
  • Habe ich eine zweite Auswahl?
  • Damen: Wirkt das Outfit zu aufreizend?
  • Damen: Ist das Oberteil durchsichtig?
  • Sind Knitter, Fusseln und Haare zu sehen?

 

Bewerbungsfoto Frisur

Zu einem starken Bewerbungsfoto gehört auch eine gut sitzende Frisur. Männer haben es hier einfacher mit meist kurzen Haaren. Ein bisschen Haarspray für einen gesund wirkenden Glanz und zum fixieren und schon sind die Haare fertig. Aber auch hier muss sich Mühe gegeben werden. Frauen mit langen Haaren haben es da viel schwerer, weil sie oft nicht wissen, wie sie sich präsentieren sollen. Haare offen, geschlossen oder hochgesteckt? Mein Tipp als Fotograf: Probieren sie es beim Shooting aus oder entscheiden sie sich für die Variante, mit der sie sich besonders wohl fühlen.  

Geschlossene Frisuren lassen Frauen meist ein wenig kompetenter und ernster wirken. Für die meisten Jobs - und vor allem für Führungspositionen - oft die richtige Wahl. Im Gegensatz dazu können (offene) nicht gut sitzende Haare dazu verleiten zu denken, dass der Bewerber leicht chaotisch und nicht professionell genug ist. 

Zusammengefasst: Durch die Frisur sollte der Bewerber ganz einfach kompetent und sympathisch erscheinen.

 

Bewerbungsfoto Make-up

Make-up ist ein Teil eines gelungenen Bewerbungsfotos. Männern brauchen sich dabei in der Regel nicht ganz so bemühen, hier reicht es, wenn die Haut mit einem entsprechendem Puder gleichmäßig geschminkt wird und danach gleichmäßig aussieht und nicht zu sehr glänzt. Bei Frauen sieht das schon anders aus. Make-up kann den großen Unterschied ausmachen. Ich werde hier aber nicht schreiben was alle möglich ist - das wissen Sie sicher allein - sondern nur sagen was vermieden werden sollte. Als erstes ist weniger Make-up oft mehr.  Zu vermeiden sind zu viel Rouge auf den Wangenknochen, übermäßig farbiger Lidschatten und auch der Lippenstift sollte nicht zu knallig gewählt werden.

 

bewerbungsfoto

 

Bewerbungsfoto Gesichtsausdruck

Genauso wichtig wie die Frisur und die Kleidung des Bewerbers ist der Gesichtsausdruck und die Haltung. Der Gesichtsausdruck sollte grundsätzlich souverän sein, gepaart mit einem sympathischen, offenen Lächeln. Das ist nicht immer leicht zu erreichen, da sich die meisten Bewerber vor der Kamera unwohl fühlen. Hier ist es die Aufgabe des Fotografen das Eis zu brechen und mit dem Bewerber so stressfrei und lange zu arbeiten, bis der Gesichtsausdruck sitzt. Freilich gibt es Personen die es in dieser Beziehung drauf haben - aber das ist die Minderheit. 

Wie schafft man es souverän zu schauen, wenn man zu aufgeregt ist? Mein Tipp: Schauen Sie direkt in die Kamera und blicken Sie zuerst ganz normal und ernst - und dann schenken Sie der Kamera ein ganz leichtes Lächeln. Das klappt meistens. Versucht man zu sehr zu lächeln, wirkt es oft übertrieben und gestellt.

Auch hier ist das Ziel sympathisch und kompetent zu wirken.

 

Bewerbungsfoto Körperrichtung, Blick & Haltung

Es ist gruselig anzusehen, wenn Bewerber auf Bewerbungsfotos schräg stehen, die vordere Schulter ganz tief halten und sich quasi schief nach vorne neigen. Das wirkt unnatürlich und verkrampft, als ob der Bewerber fast umkippt. Fotografen die das fordern, haben echt keine Ahnung. Das Ganze geht viel besser und wird gleich erklärt. Grundsätzlich besteht das Posing bei Bewerbungen aus drei Komponenten und drei möglichen Richtungen. Die Komponenten sind: Körperrichtung, Kopfrichtung und Blickrichtung. Die Richtungen sind nach links, gerade zur Kamera oder nach rechts. 

 

Stärken herausarbeiten

Ziel jedes Fotografen sollte es sein, die Stärken des Bewerbers mittels Körperausrichtung, Blickrichtung und Kopfrichtung herauszuarbeiten. Schauen Körper, Kopf und Augen direkt zur Kamera wirkt das Bild eher langweilig. Wird der Körper nach rechts gedreht und Kopf sowie Augen schauen zur Kamera, dann wirkt das Bild schon spannender. Schaut der Körper nach rechts, die Augen nach vorn und der Kopf sehr leicht nach links, dann wirkt das Bild noch etwas spannender. Hierbei soll die Kombination der verschiedenen Komponenten die Vorzüge des Bewerbers hervorheben und wie schon geschrieben das Bild spannender machen - zumal die meisten Menschen eine Zuckerseite haben, die sie dann auch präsentieren möchten. 

 

Körperausrichtung

Bei der Körperausrichtung nach rechts muss das linke Bein nach vorn genommen werden, sodass der Körper ganz natürlich nach rechts gedreht wird. Werden beide Beine parallel nebeneinander gestellt, dann ist die Körperausrichtung zur Kamera. Wird das rechte Bein nach vorn gestellt, dann dreht man sich automatisch ein wenig links, das ist dann die dritte Variante.

 Wie weit die Körperdrehung sein sollte, dass muss beim Shooting für die Sie und ihren Körperbau herausgearbeitet werden. Bewerber die etwas schmaler wirken möchten, die drehen sich mehr zur Seite. Männer die eher schmal sind, die drehen sich ganz leicht, damit nichts von der Schulterbreite verloren geht. Selten ist die Körperausrichtung nach vorn, da diese Aufnahmen nicht ganz so dynamisch wirken.

 

Blickrichtung

Die Blickrichtung sollte bei Bewerbungsfotos immer direkt nach vorn zur Kamera sein. Dadurch hat der Personalentscheider später das Gefühl, dass der Bewerber fokussiert ist und ihn anschaut. Schaut der Bewerber nach rechts, links, oben oder unten, dann hat der Betrachter das Gefühl, dass die Person auf dem Bild träumt. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.

 

Kopfrichtung

Genauso wie der Körper und die Augen in verschiedene Richtungen schauen können, kann auch der Kopf in die drei verschiedenen Richtungen gedreht werden. Hier sollte beachtet werden, dass bei einer stärkeren seitlichen Kopfdrehung erstens Falten am Hals entstehen, man zweitens aus den Augenwinkeln schaut und drittens nur noch ein Ohr zu sehen ist. Aus diesen Gründen sollten Sie den Kopf nur leicht drehen, damit das Ganze natürlich wirkt.  

Der Kopf sollte dabei ganz normal gehalten und nicht zu weit nach oben gehoben werden, das wirkt manchmal arrogant. Auch sollte der Kopf nicht zu tief gehalten werden, das wirkt in der Regel ebenfalls nicht vorteilhaft. Brillenträger haben es bei Studioaufnahmen schwer die richtige Balance zu finden, da sich die Studiobeleuchtung in der Brille widerspiegelt. Sie müssen meist den Kopf ein wenig neigen und die Studioschirme müssen hochgezogen werden.

 

Posing Komponenten

  • Körperausrichtung
  • Kopfausrichtung
  • Blickrichtung

 

Richtungen

  • Links
  • Mitte 
  • Rechts

  

Den richtigen Fotografen finden

Selbst wenn Sie Standard Bewerbungsfotos haben möchten, sollten Sie sich den Fotografen vorher gut aussuchen, da es große Unterschiede gibt. Doch zuerst sollten Sie sich im klaren sein, was für eine Art Bewerbungsfoto Sie möchten. Sie erinnern sich: Studioaufnahmen, Outdoor oder On Location. Danach sollten Sie sich die Referenzbilder auf der Website bzw. im Laden ansehen und natürlich die Leistungen der verschiedenen Pakete. Bei den Referenzbildern werden Sie ganz schnell merken, ob ihnen der Stil zusagt oder eben auch nicht. Möchten Sie keinen Standard haben, sondern hochwertige Bewerbungsfotos, dann sollten Sie sie für ein besseres Leistungspaket im Fotostudio entscheiden.

 

Lichtsetzung im Studio

Der Hintergrund des Bewerbungsfotos ist wichtig, sollte aber nicht durch punktuelle Lichtsetzung (hinter dem Kopf) oder einen starken Verlauf vom Motiv ablenken. Zumal das Ganze retro wirkt - wie aus den 90er Jahren. Das Gesicht sollte auf jeden Fall gut ausgeleuchtet werden, wobei hier ein leichter Lichtabfall nach rechts oder links das Ganze spannender wirken lässt. Schön ist es auch, wenn es einen hellsten punktuellen Bereich im Gesicht gibt (Stirn), der zu einer noch spannenderen Aufnahme führt.  

Zusätzlich kann gut gesetztes Haarlicht dem Bewerber und damit dem Bild eine räumliche Tiefe geben. Gern auch von oben. Zu vermeiden ist zu intensives von hinten kommendes Licht, das die Schläfen und Wangen zu hart trifft. Hier kann es zu unschönen, quasi optischen Verformungen des Gesichts kommen. Des Weiteren machen manche Fotografen Bewerbungsfotos mit Schlagschatten auf hellen Hintergründen. Dabei steht der Bewerber näher am Hintergrund, sodass es bei entsprechender Beleuchtung zu einer stärkeren Schattenbildung kommt. Hier sollte man aufpassen, dass der Schlagschatten ganz natürlich hinter dem Kopf und Körper fällt und nicht zu dunkel ist, da es vom Bewerber ablenkt und einfach unschön aussieht

 

bewerbungsfoto

 

Querformat vs. Hochformat

Tendenziell ist das Querformat seit Jahren viel gefragter als das Hochformat, da es moderner wirkt und in einer Bewerbungsmappe einfach besser aussieht. Das Ganze hat aber mehrere Gründe:  

 

Pluspunkte Querformat

  • Die hochformatige Bewerbungsmappe sieht zusammen mit einem Querformat Bewerbungsbild einfach spannender aus. 
  • Entspricht der Sehgewohnheit des Menschen
  • Wirkt nicht so gedrungen, da neben dem Bewerber mehr Raum ist
  • Wirkt moderner & einfach sympathischer

 

Pluspunkt Hochformat

  • Für Hochformat Bewerbungsfotos spricht, dass es in einigen Layouts von Lebensläufen einfach besser hineinpassen, da wenig Platz für das Bild zur Verfügung steht.

 

Bewerbungsfotos Größe

Printabzüge von Bewerbungsfotos können verschiedene Größen haben, hier gibt es fast keinen Standard. Kleine Bewerbungsfotos haben Größen von 4,5 x 6 cm oder 5 x 7 cm. Größere Bewerbungsfotos haben Abmaße von ca. 6 x 9 cm. Hier hat jedes Fotostudio oder Onlineplattform zum bestellen eigene Formate. Tipp: Für eine Bewerbungsmappe würde ich eher zu einem größeren Bewerbungsfoto tendieren - also 6 x 9 cm. 

Sollten Sie sich online bewerben, dann müssen Sie das Bild in den Lebenslauf integrieren und hochladen. Die Größe kann somit selbst bestimmt werden. Es sollte aber nicht seitenfüllend sein, sondern sich optisch in die Seite integrieren, damit es nicht aufdringlich wirkt.

 

Bewerbungsfotos Kosten

Die Kosten einzelner Pakete bei Fotografen können sehr unterschiedlich ausfallen. Einstiegspreis von um die 25 Euro sind üblich. Hier werden ein paar Aufnahmen gemacht aus denen man dann ein Bild aussuchen kann. Printabzüge gibt es dann ca. vier Stück. Eine CD ist meistens mit dabei. 50 Euro kostet ca. ein Update zum nächsten Paket, bei dem mehr Aufnahmen gemacht werden und auch eine leichte Gesichtsretusche üblich ist. Viele Fotostudios machen das Ganze auch zeitbasiert, was im Endeffekt auch sinnvoll ist. Premium Pakete kosten noch mehr, da sich die Fotostudios mehr Zeit nehmen. Hier wird meistens leicht geschminkt, Outfits können gewechselt werden, es werden mehr Aufnahmen gemacht und eine stärkere Bildbearbeitung ist oftmals auch enthalten.

Bei Outdoor & On Location Bewerbungsfotos fangen die Preise ab 100 Euro an und gehen steil aufwärts. Das ist auch begründet, da der Aufwand um ein vielfaches höher ist. Der Fotograf muss die An- und Abfahr einberechnen und die Aufnahmen kosten einfach mehr Zeit. 

 

Bildbearbeitung

Professionelle Bewerbungsfotos sind in der Regel nachbearbeitet. Dabei werden Hautirritationen per Photoshop oder einem anderen Programm entfernt, Augenringe retuschiert oder zum Beispiel auch Rotfärbungen der Haut ausgeglichen. Das alles rundet ein sehr gutes Bewerbungsfoto erst ab und ist daher für die meisten Fälle ein must-have.

 

Bewerbungsfoto selber machen

Möchte man sich das Geld für Bewerbungsfotos sparen, dann kann man mit Hilfe eines Freundes oder einer Freundin das auch selber machen. Hierfür braucht man vor allem eine gute Kamera, den richtigen Hintergrund & gutes Licht. Wenn Sie die Tipps dieses Artikels anwenden, dann müssen die gemachten Aufnahmen nur noch bearbeitet und zugeschnitten werden. Gespeichert werden die Aufnahmen in 300 dpi im Bildformat JPG. Mit dieser Auflösung können Sie dann auch Abzügen im Internet bestellen. 

 

Checkliste (an was sollte ich denken)

  • Kleidung sollte zum Job passen
  • Kleidung Zweitauswahl mitnehmen
  • Kleidung bügeln & Haare, Fusseln etc. entfernen
  • Rechtzeitig zum Friseur gehen
  • Gesichtsausdruck: Lächeln & selbstsicher schauen
  • Entscheidung: Querformat oder Hochformat
  • Bildrechte sollten enthalten sein
  • CD mit digitalen Bildern sollte enthalten sein (jpg)
  • Kamm, Haarspray, Make-up mitnehmen

 

Checkliste (was sollte ich vermeiden?)

  • Zu tiefer Ausschnitt
  • Kurze Ärmel (bei Herren)
  • Vogelperspektive beim fotografieren
  • Froschperspektive beim fotografieren
  • Zu starke (knallige) Farben (Kleidung, Make up)
  • Schmuck nur dezent tragen
  • Piercing möglichst entfernen